
Interview von Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, mit der Welt am Sonntag.

Verbund arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen
Kooperation statt Konkurrenz — Wege in Arbeit durch Fortbildung, Weiterbildung und Beschäftigung

Interview von Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, mit der Welt am Sonntag.

Eine Der Wettbewerb am Arbeitsmarkt hat sich zunehmend verschärft. Das gilt besonders für Arbeitslose in der Grundsicherung, denn sie konkurrieren verstärkt mit Personen, die erst kürzlich ihren Arbeitsplatz verloren haben und daher höhere Beschäftigungschancen aufweisen.

Zur objektiven Einschätzung, wie sich die Fachkräftesituation tatsächlich berufsfachlich und regional darstellt, gibt es zwei neue interaktive Visualisierungen.

In den als Online-Veranstaltungen angebotenen Thementagen nimmt die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen im September 2021 die aktuellen Entwicklungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln unter die Lupe und tauschen uns darüber mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Beschäftigten aus.

Eine Wirkungsanalyse des IAB zeigt: Besonders Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung bei einem Arbeitgeber sowie Förderungen der beruflichen Weiterbildung erhöhen den Arbeitsmarkterfolg von arbeitslosen Geflüchteten in der Grundsicherung deutlich.

Das Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag im vergangenen Jahr bei 3.427 Euro. Gegenüber dem Jahr 2019 sind die Löhne und Gehälter damit um 26 Euro gestiegen, dem geringsten Anstieg seit dem Jahr 2009. Damals stiegen die Entgelte durch die Wirtschafts- und Finanzkrise lediglich um 20 Euro.

Bremen bekommt über den Europäischen Sozialfonds zusätzliche 48,5 Millionen Euro. Das Geld war bereits eingeplant. Es ist dafür bestimmt, Folgen der Pandemie abzufedern und jungen Menschen dabei zu helfen, eine Berufsausbildung zu machen.

Der Auftragsbestand ist seit Juni 2020 angestiegen und erreichte im Mai 2021 seinen höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015.

Die Corona-Pandemie hat auch die berufliche Weiterbildung verändert. Plötzlich waren außer dem Arbeiten im Homeoffice auch Schulungen im virtuellen Raum möglich. Damit einher ging ein Nachdenken über das Lernen der Zukunft. Dieses wird einen hybriden Charakter haben.

Muslimas müssen sich viermal so oft bewerben, um einen Job zu bekommen. Ein Urteil zum Kopftuch könnte das verstärken, fürchtet Expertin Yasemin El-Menouar, Senior Expert bei der Bertelsmann-Stiftung.

Geplant sind zehn Betreuungsplätze, die zentral über das Jobcenter Bremen vergeben und koordiniert werden. Für das Modellprojekt, das im Herbst 2021 starten soll und durch die pme Familienservice GmbH umgesetzt wird, werden derzeit Räumlichkeiten am Wall in der Bremer Innenstadt hergerichtet.

Ab dem Beginn der Corona-Krise stieg die Langzeitarbeitslosigkeit kontinuierlich an und hat im Februar 2021 nach fünf Jahren wieder die Grenze von einer Million überschritten. Im Mai 2021 waren 1,06 Millionen Menschen langzeitarbeitslos so viele wie zuletzt im Januar 2015.

In der aktuellen Studie der Paritätischen Forschungsstelle wird die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland über einen Zehn-Jahres-Zeitraum untersucht. Während weniger Kinder und Jugendliche Hartz IV-Leistungen bekommen, ist die Einkommensarmut gestiegen, so ein zentraler Befund.

Im Vorjahresmonat Mai 2020 waren bereits deutliche Auswirkungen der Corona-Krise erkennbar und mit -2,2 % zum Mai 2019 ein größerer Rückgang der Beschäftigtenzahlen zu verzeichnen.

Der Anteil der alleinerziehenden Familien, die von Einkommensarmut gefährdet sind, bleibt hoch. Obwohl sie häufig einer Erwerbstätigkeit nachgehen, können viele Alleinerziehende keine gesicherte Existenz für sich selbst und ihre Kinder schaffen. Weitere Reformen sind notwendig – auch, um die Corona-Belastungen zu mildern.

Vor allem viele Frauen haben in der Corona-Krise ihre Selbstständigkeit aufgegeben. DIW-Forscher Kritikos meint: Selbständige Frauen verzeichneten im Frühjahr 2020 häufiger starke Einkommensverluste als Männer.

Der Anteil der Tätigkeiten, die heute schon potenziell von Computern erledigt werden könnten, stieg in Fachkraftberufen mit 4,6 und Spezialistenberufen mit 4,8 Prozentpunkten zwischen 2016 und 2019 besonders stark an. In den Helferberufen ist der Anteil mit 0,7 Prozentpunkten am wenigsten stark gestiegen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Von den zugeteilten 3,817 Milliarden Euro für „Leistungen zur Eingliederung nach dem SGB II“ im Haushaltsjahr 2021 wurden von den Jobcentern im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 1,456 Milliarden Euro (38,2 Prozent) ausgegeben.

Die durchschnittlichen Ausgaben für die Maßnahmekosten pro Monat und Teilnehmende(n) reichen 2020 in den Ländern von 957 Euro in Hamburg und 823 Euro im Land Bremen bis 260 Euro in Baden-Württemberg und 254 Euro in Sachsen-Anhalt.

Im vorliegenden Report finden Interessierte Entwicklungen in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern sowie auch in unterschiedlichen Berufen. Die Daten aus 2020 ermöglichen nun Einblicke zum Fachkräftebedarf kurz vor und fast ein Jahr nach Pandemiebeginn.